Sonntag, 21. Dezember 2014

Personal: Goodbye 2014 Part I

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Ich kann nicht glauben, dass Weihnachten vor der Tür steht und das Jahr somit so gut wie zu Ende ist. Ich kann es mir noch so oft sagen, auf den Kalender gucken, mir an den Kopf fassen. Es kann einfach nicht sein.

Letztes Jahr um diese Zeit war ich aufgeregt. Ich habe kurzfristig wieder bei meinen Eltern gewohnt, jetzt gerade wahrscheinlich gebrannte Mandeln hübsch verpackt und dabei nur an das anstehende Abenteuer gedacht. Ich habe meine Familie, meinen Freund und meine Freunde besonders fest gedrückt an Weihnachten, an Neujahr, so oft es ging, denn ich wusste, dass ich bald weg gehen würde. Sieben Monate New York erwarteten mich. Das lachende Auge war größer als das weinende, ich konnte es kaum erwarten, auch wenn der Abschied von meinen Liebsten mir schon Tage vorher einen Kloß in den Hals setzte. All diese Gefühle sind noch so echt, dass es einfach kein ganzes Jahr her sein kann. 

Ich erinnere mich an den Abschied am Flughafen, an den letzten Blickkontakt mit meinem Freund. Mir steigen gleich wieder die Tränen in die Augen. Ich erinnere mich an den Sturm, an die 6 Stunden Verspätung meines Anschlussfluges in London. 6 Stunden sind sehr lang, wenn man noch 8 Stunden Flug vor sich hat und am liebsten schon da wäre. Spät abends kam ich in New York an, es schneite, alles war vereist, nichts ging. Doch ich kämpfte mich durch. In den Airtrain, in den Zug, durch die auch kurz vor Mitternacht noch überfüllten Straßen rund um die Penn Station, durch den Schnee mit meinem Koffer und Handgepäckkoffer. Ich habe fast geweint vor Freude, als ich im Landeanflug die Skyline Manhattans gesehen habe. Oder als ich aus der Penn Station kam und direkt das Hotel sah, in dem ich einige Jahre vorher mit meiner Mutter und Tante gewohnt habe. Ich erinnere mich daran, wie ich im Wohnheim mein Zimmer zum ersten Mal betrat. Der Geruch der Heizung, das gelbliche Licht der Deckenlampe, der seltsame Wasserhahn. Obwohl ich nur 5 Wochen dort gewohnt habe, fühlt es sich so an, als sei ich gestern dort gewesen. Alles ist greifbar. Niemals ist das schon fast ein ganzes Jahr her. Ich erinnere mich an die Erleichterung, endlich ins WLAN gekommen zu sein und mich bei meiner Familie zu melden, obwohl es bei denen schon fast morgens war. Ich erinnere mich an den Schock, am nächsten Tag bei Minus 16 Grad aufzuwachen und nicht länger als 5 Minuten draußen sein zu kommen. Und trotzdem dieses unendlich glückliche Gefühl zu spüren, in New York zu sein. In New York zu leben, für mehr als ein halbes Jahr. Alles war möglich. Alles war neu und doch schon vertraut. Es war kalt, aber nicht in meinem Herzen. 

Und das ist über 9 Monate her. Wie kann das nur sein? Ich werde wohl alt. 

1 Kommentar:

  1. I can't believe how quickly the year has come to a close! Wishing you a wonderful holiday season.
    the-creationofbeauty.blogspot.com

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